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Ratgeber

E-Bike Fully: Federweg, Motor und Akku richtig wählen

Redaktion ebikedirect.euVeröffentlicht: 31. Oktober 2026Aktualisiert: 31. Oktober 20267 Min. Lesezeit
e bike fully

Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet Fully beim E-Bike?
  2. Fully oder Hardtail: Wann lohnt sich die Federung?
  3. Federweg: 120, 150 oder 170 Millimeter?
  4. Motor: Drehmoment und Fahrcharakter
  5. Akku und Reichweite beim Fully
  6. Rahmen, Material und Gewicht
  7. Marken und Modelle
  8. Wartung und Pflege
  9. Typische Fehler beim Kauf eines Fullys
  10. Checkliste für die Probefahrt
  11. Kosten und Zubehör
  12. Häufige Fragen (FAQ)
  13. Fazit

Ein E-Bike Fully ist ein Elektro-Mountainbike mit Federung an Vorder- und Hinterrad. Diese Bauweise verbessert Grip, Komfort und Kontrolle im Gelände und macht lange Abfahrten sicherer. Gleichzeitig bringt sie mehr Gewicht, mehr Wartung und einen höheren Preis mit. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei Federweg, Motor und Akku ankommt und für welchen Einsatz sich welches Fully eignet. Passende Modelle sehen Sie in der Kategorie E-Mountainbikes.

Was bedeutet Fully beim E-Bike?

Fully ist die Kurzform für "fully suspended", also vollgefedert. Das Hinterrad hängt an einem beweglichen Hinterbau, der von einem Dämpfer abgestützt wird, die Gabel federt das Vorderrad. Im Gegensatz dazu hat ein Hardtail nur eine Federgabel und einen starren Hinterbau. Der Vorteil des Fullys liegt auf unruhigem Untergrund: Das Hinterrad bleibt bei Wurzeln und Steinen am Boden, Sie erhalten Traktion bergauf und Sicherheit bergab.

Beim E-Bike kommt ein Motor hinzu, der den Tritt unterstützt. Der Motor sitzt bei Mountainbikes fast immer im Tretlager (Mittelmotor) und liefert 60 bis 85 Newtonmeter Drehmoment. Das sorgt für Schub an steilen Rampen, in denen ein unmotorisiertes Fully an die Grenzen kommt. Eine Einführung in die Technik finden Sie auch bei Wikipedia zum Elektrofahrrad.

Fully oder Hardtail: Wann lohnt sich die Federung?

Ein Hardtail ist leichter, günstiger und pflegeleichter. Es genügt für Waldwege, Forststraßen und leichte Trails. Ein Fully lohnt sich, wenn Sie regelmäßig über Wurzeln, Steine und Stufen fahren, steile Abfahrten bewältigen oder lange Touren mit viel Höhenmetern planen. Der Rücken wird geschont, die Ermüdung sinkt, und die Bremsen arbeiten effizienter, weil das Hinterrad Bodenkontakt hält.

KriteriumHardtailFully
Preisgünstigerhöher
Gewichtleichterschwerer
Wartunggeringmehr Lagerstellen
Komfortmittelhoch
Grip im Geländemittelhoch
EinsatzWald, Forst, leichte TrailsTrails, Touren, Bergab

Wer überwiegend auf Asphalt und Schotter fährt, braucht kein Fully. Dann ist ein Trekking- oder City-Modell sinnvoller, siehe Trekking E-Bikes.

Federweg: 120, 150 oder 170 Millimeter?

Der Federweg bestimmt den Charakter des Rads. Als Faustregel gilt:

  • 100 bis 130 mm: Cross-Country und Touren. Effizient bergauf, direkt im Fahrgefühl.
  • 130 bis 150 mm: Trail und All-Mountain. Der beste Kompromiss für die meisten Fahrer.
  • 150 bis 170 mm: Enduro. Für ruppige Abfahrten, größere Sprünge und Bikepark.
  • über 170 mm: Downhill und Freeride, selten als E-Bike mit Pedalierfokus.

Für den Einstieg empfehlen sich 130 bis 150 Millimeter. Das ist vielseitig, bergauf noch effizient und bergab ausreichend sicher. Wer extreme Abfahrten fährt, findet im Beitrag E-Bike Enduro weitere Hinweise.

Motor: Drehmoment und Fahrcharakter

Beim E-Bike Fully dominieren Mittelmotoren von Bosch, Shimano, Yamaha und Brose. Wichtige Kennzahlen sind Drehmoment, Gewicht und Ansprechverhalten. Ein hohes Drehmoment (85 Nm) hilft an steilen Rampen und bei niedriger Trittfrequenz. Ein natürlich ansprechender Motor erleichtert das Fahren in technischem Gelände, weil die Unterstützung proportional zur Tretkraft abgegeben wird.

Der Motor entscheidet auch über die Bedienung. Moderne Systeme verfügen über mehrere Unterstützungsstufen und einen Trail- oder eMTB-Modus, der sich automatisch an Ihre Tretkraft anpasst. Mehr zu Motorarten finden Sie im Beitrag E-Bike Motor: Arten im Überblick und zu Bosch im Besonderen im Beitrag Bosch E-Bike Motor.

Akku und Reichweite beim Fully

Im Gelände verbraucht ein E-Bike mehr Energie als auf der Straße. Deshalb haben Fullys meist größere Akkus mit 625 bis 800 Wattstunden, einige Modelle erlauben ein Range-Extender-Zusatzakku. Eine Faustformel: Im Gelände mit viel Höhenmetern erreichen Sie mit 625 Wh etwa 50 bis 80 Kilometer, mit 750 Wh etwa 60 bis 100 Kilometer. Das hängt stark von Gewicht, Fahrstil und Unterstützungsstufe ab.

Ein integrierter Akku im Unterrohr verbessert Optik und Schwerpunkt. Ein herausnehmbarer Akku erleichtert das Laden in der Wohnung. Achten Sie darauf, dass der Akku auch nach Jahren als Ersatzteil verfügbar ist. Lesen Sie ergänzend unseren Beitrag zum Bosch Akku.

Rahmen, Material und Gewicht

Fully-Rahmen bestehen aus Aluminium oder Carbon. Aluminium ist robust und günstiger, Carbon spart Gewicht und kostet mehr. Ein E-Bike Fully wiegt je nach Ausstattung 22 bis 28 Kilogramm. Das Gewicht spielt vor allem beim Tragen, Verladen und im Gelände eine Rolle, weniger bei der Fahrt mit Motorunterstützung. Wer das Rad oft ins Auto hebt, sollte auf das Gewicht achten. Passende Hinweise liefert der Beitrag Fahrradträger für E-Bikes.

Auch die Geometrie zählt. Ein flacher Lenkwinkel und ein langer Radstand geben Stabilität bergab, ein steilerer Winkel bringt Agilität auf engen Pfaden. Probieren Sie verschiedene Rahmengrößen aus, denn Größe und Sitzposition entscheiden über Komfort und Kontrolle.

Marken und Modelle

Bekannte Hersteller für E-Bike Fullys sind Cube, Haibike, Specialized und Canyon. Sie bieten Modelle für alle Einsatzbereiche von Tour bis Enduro. Beim Vergleich sollten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Garantie, Ersatzteile und Servicepartner achten. Im Sortiment sehen Sie die aktuell lieferbaren Fullys mit Motor, Akku und Federweg.

Wartung und Pflege

Ein Fully braucht mehr Pflege als ein Hardtail. Gabel und Dämpfer sollten regelmäßig geprüft und nach Herstellerangabe gewartet werden, meist alle 50 bis 100 Betriebsstunden oder einmal im Jahr. Die Lager des Hinterbaus sind Verschleißteile und müssen gelegentlich gefettet oder ersetzt werden. Reinigen Sie das Rad nach schmutzigen Touren mit Wasser und weicher Bürste, vermeiden Sie den Hochdruckreiniger. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Fahrradpflege für das E-Bike.

Der Reifendruck ist beim Fully besonders wichtig. Zu hoher Druck verschenkt Grip, zu niedriger erhöht das Pannenrisiko. Tubeless-Reifen mit Dichtmilch senken die Pannenhäufigkeit. Informationen zur Ersten Hilfe bei Pannen finden Sie unter Flickzeug für das E-Bike.

Typische Fehler beim Kauf eines Fullys

Der häufigste Fehler ist ein zu großer Federweg. Wer 170 Millimeter kauft, aber nur Waldwege fährt, bezahlt für Reserven, die er nie nutzt, und schleppt zusätzliches Gewicht mit. Ebenso verbreitet ist die falsche Rahmengröße. Ein zu großes Fully lässt sich im Gelände schlecht kontrollieren, ein zu kleines drückt auf Knie und Schultern. Lassen Sie sich Körpergröße und Schrittlänge messen und fahren Sie Probe.

Ein dritter Fehler betrifft den Akku. Viele Käufer wählen den kleinsten Akku, um Geld zu sparen, und stehen später vor leeren Anzeigen mitten auf der Tour. Rechnen Sie lieber großzügig, denn ein größerer Akku kostet im Verhältnis wenig und erhöht die Reichweite spürbar. Auch die Bremsen werden unterschätzt. Vierkolbenbremsen mit großen Scheiben halten bei langen Abfahrten kühler und bieten mehr Sicherheit als zwei Kolben.

Schließlich spielt der Service eine Rolle. Ein Fully mit eigenem Hinterbau-Konzept braucht Ersatzteile, die nicht jeder Händler vorrätig hat. Fragen Sie vor dem Kauf nach Garantiebedingungen, Lagerersatz und Servicepartnern in Ihrer Nähe.

Checkliste für die Probefahrt

Nehmen Sie sich bei der Probefahrt Zeit und prüfen Sie diese Punkte:

  1. Sitzposition bergauf und bergab: Kommen Sie gut an Pedale und Lenker, ohne den Rücken zu überstrecken?
  2. Ansprechverhalten der Federung: Sackt der Hinterbau beim Antritt stark ein, oder lässt er sich mit Plattformdämpfung beruhigen?
  3. Motorcharakter: Setzt die Unterstützung weich ein, und lässt sie sich in Trail-Modi gut dosieren?
  4. Bremsen: Gibt es einen klaren Druckpunkt, und sind die Hebel passend zur Handgröße einstellbar?
  5. Geräusche: Knackt der Hinterbau, klappert die Kette, schleift der Motor?
  6. Display und App: Sind Reichweite, Modus und Akkustand ablesbar und die Bedienung verständlich?

Notieren Sie sich die Einstellungen von Sattelhöhe, Gabel und Dämpfer, damit der Händler das Rad beim Kauf passend vorbereiten kann.

Kosten und Zubehör

Ein E-Bike Fully kostet je nach Ausstattung zwischen 3.500 und 9.000 Euro, Spitzenmodelle mit Carbon-Rahmen und elektronischer Schaltung liegen darüber. Planen Sie zusätzlich Zubehör ein: einen passenden Helm, Handschuhe, Schutzbrille, Werkzeug und eine Luftpumpe. Für den Transport benötigen Sie gegebenenfalls einen geeigneten Träger. Wer das Rad finanzieren möchte, findet Hinweise im Beitrag E-Bike finanzieren.

Den Überblick über sichere Ausrüstung bietet der ADFC, Herstellerinformationen zu Motoren und Akkus finden Sie bei Bosch eBike Systems. Wer sich unsicher ist, kann mit dem Beratungsteam sprechen und Fragen zu Lieferung und Rückgabe klären, siehe Rückgabe und häufige Fragen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Federweg braucht ein E-Bike Fully?

Für die meisten Fahrer genügen 130 bis 150 Millimeter. Das deckt Touren und Trails ab. Wer vor allem auf Forstwegen fährt, kommt mit 100 bis 120 Millimetern aus, Enduro-Fahrer wählen 150 bis 170 Millimeter.

Ist ein E-Bike Fully besser als ein Hardtail?

Es kommt auf den Einsatz an. Auf ruppigem Gelände bietet das Fully mehr Grip und Komfort. Auf Waldwegen und Asphalt ist das Hardtail leichter, günstiger und wartungsärmer.

Wie viel wiegt ein E-Bike Fully?

Typisch sind 22 bis 28 Kilogramm. Carbon-Rahmen und kleine Akkus senken das Gewicht, große Akkus und kräftige Federelemente erhöhen es.

Welche Akkugröße ist sinnvoll?

625 bis 750 Wattstunden sind für die meisten Touren ein guter Wert. Wer viele Höhenmeter fährt, sollte 750 Wh oder mehr wählen oder einen Zusatzakku nutzen.

Wie oft muss ich ein Fully warten?

Gabel und Dämpfer sollten einmal im Jahr oder nach Herstellerangabe geprüft werden. Dazu kommen Kette, Bremsen und Lager. Planen Sie jährlich etwa 150 bis 300 Euro für Verschleiß und Service ein.

Fazit

Ein E-Bike Fully lohnt sich, wenn Sie im Gelände fahren, viele Höhenmeter bewältigen oder Komfort und Sicherheit bergab schätzen. Entscheiden Sie anhand von Einsatz, Federweg, Motor und Akku und prüfen Sie die Serviceangebote. Vergleichen Sie jetzt die Modelle in der Kategorie E-Mountainbikes.

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